​Herzqigong
Das Herz-Qigong ist eine Methode des ​Daoyin Yangshen ​Gong.  
Es beugt Herz- und Gefäßerkrankungen vor und trägt zu deren Behandlung und Heilung bei.

Shen lachen Kind
​Aus der Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin gibt es ​3 Ursachen für Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems:

---verminderte Durchlässigkeit der Meridiane, Qi-Stagnation und Blutstauung.
​Nach der TCM werden alle Körperaktivitäten durch Qi reguliert. Das Qi strömt in Meridianen durch den gesamten Körper. Die Meridiane verbinden sich innen mit den Organen und außen mit Gliedern, Muskeln und Sehnen. Normalerweisezirkulieren Qi und Blut ohne Beeinträchtigung und in ausreichender Menge durch die Meridiane.
​Wenn aus unterschiedlichen Gründen die Zirkulationvon Blut und Qi stagniert, kann das zur Erkrankung der inneren Organe führen. ​
Die Übungen des Herz-Qigongs regulieren die Durchlässigkeit der Meridiane, vermeiden dadurch Qi-Stagnation, Blutstauung und harmonisieren den Kreislauf

​--- Störung von Yin und Yang.
​Nach der TCM ist das Herz ein“Feuer-Organ“ und die Niere ein “Wasser-Organ“. Feuer gehört zu Yang und Wasser zu Yin. Das Gleichgewicht von Yin und Yang fördert die Gesundheit, ein Ungleichgewicht führt zu Krankheit. Der Zustand von einem schwachen Nieren-Yin und einem starken Herz-Yang ist häufig die Ursache für Hypertonie und Herzrhytmusstörungen. Durch diese speziellen Übungen wird das Gleichgewicht von Yin und Yang reguliert.

​--- Mangel an Qi und Blut​.
​Die Blutzirkulation wird durch Qi gefördert.
​Ist Qi nicht ausreichend vorhanden, kann Blut nicht richtig zirkulieren. Herrscht Blutmangel, kann das Herz nicht ausreichend versorgt werden. Beide Zustände schwächen das Herz und können zu Hypertonie, Herzrhythmusstörungen und Koronarsklerose führen.


Besonderheiten des Herz-Qigong und seine technischen Anforderungen

Zusammenwirken von Gedanken und Haltung.

​Bei der Ausübung des Herz-Qigong liegt die Aufmerksamkeit bei den Fingerspitzen von Mittelfinger, Ringfinger und des kleinen Fingers, sowie auf dem Akupunkturpunkt Laogong in der Mitte der Handfläche.
An den Fingerspitzen sind die Stellen, wo sich Kreislauf und dreifach Erwärmer sowie Herz- und Dünndarm-Meridian verbinden.

Die gute Verbindung der Meridiane fördert die reibungslose Zirkulation von Blut und Qi.

Das Bewahren der Aufmerksamkeit ist eine wirkungsvolle Methode, die Zirkulation von Blut und Qi anzuregen. Wenn die Aufmerksamkeit auf dem Akupunkturpunkt Laogong gerichtet wird, steigt die Hauttemperatur an dieser Stelle um 0.5 bis 1.5 Grad. Dies bedeutet, daß das Herz-Qigong den Stoffwechsel verstärkt und die Wärmeverteilung beschleunigt. Es weiten sich die Blutgefäße und der Blutdruck kann sinken bzw. reguliert werden. Durch das Führen der Aufmerksamkeit wird der Geist nicht abgelenkt. Eine solche Bündelung der Aufmerksamkeit fördert das "In-Ruhe-kommen“ und damit die Lockerung und die Entspannung des gesamten Körpers.

Dies fördert ebenfalls die Funktionen des Zentralen Nervensystems und senkt die Aktivität des Sympathikus.

Zusammenwirken von Bewegung und Atmung.

​Beim Herz-Qigong wird das Zusammenwirken der Bewegung mit der Bauchatmung betont. Die Prinzipien sind: zu Beginn jeder Bewegung einatmen und zum Ende der Bewegung ausatmen, erst einatmen, dann ausatmen, bei öffnenden Bewegungen einatmen und bei schließenden Bewegungen ausatmen. Diese Verbindung von Bewegung und Atmung trägt zur Beseitigung der Extravasation bei. Sie fördert den Blutkreislauf und massiert die Organe. Die Bauchatmung führt das Yuan-Qi (Himmmels-Qi) direkt ins Dantian, um das Qi zu vermehren und die Funktion der Organe zu stärken. Eine solche Atmung stimuliert auch das Nervensystem, welches wiederum das parasympathische System anregt. Die Anregung des Parasympathikus entspannt die Arterien, Als Folge wird der Herzrhytmus verlangsamt und der Blutdruck harmonisiert.


Die Meridiane bewegen.

Der Herz- und Kreislauf-Meridian führen vom Herzen die Arme entlang über die Hände bis zu den Fingerspitzen. Deshalb stimulieren die Rotation der Arme die Meridiane von Herz und Dünndarm, Kreislauf und dreifache Erwärmer. Die Bewegungen der kleinen Muskeln im Herz-Qigong, z.B. beim Fäusteballen, Handdrehen, den Handgelenksbewegungen, beim Fingerrollen und Schnippen mit den Fingern, massieren die Akupunkturpunkte am Handgelenk, was die Zirkulation von Blut und Qi anregt und dem Herzen mehr Sauerstoff liefert.

Blutstauungen und Qi-Stagnation werden vermieden bzw. beseitigt.

Massage der Akupunkturpunkte mit der Hand.

Nach der TCM werden durch die Behandlung der auf den Meridianen liegenden Akupunkturpunkte auch die inneren Organe behandelt. Entsprechend dieser Theorie sind beim Herz-Qigong leicht zu erlernende, aber wirkungsvolle Methoden der Selbstmassage vorgesehen. So werden bei der Ohrmassage in der Übung 5 die Ohr-Akupunkturpunkte Herz, Vegetativum und die Furche der Senkung des Blutdrucks stimuliert, was sich günstig bei Hypertonie, Tachykardie, Herzmuskelentzündung sowie Koronarsklerose auswirkt.

​Bei Übung 1,2 und Übung 7 hat die Massage des Laogong-Punktes eine präventive Wirkung vor Schlaganfall, lindert Herzschmerzen und Herzrhytmusstörungen usw..


Entspannung von Beginn an.

​Unter "Entspannung" im Herz-Qigong ist folgendes zu verstehen: Die Gedanken sollen ruhig und locker sein, damit sich die Großhirnrinde erholen kann. Wenn die Hinweise zur Haltung und Bewegung und zur Führung der Aufmerksamkeit beachtet werden, befindet sich der Körper in einer natürlichen, aufgerichteten und entspannten Lage und der Geist in einer gelösten und zuversichtlichen Verfassung. Die Blutkapillaren können sich öffnen, der Kreislauf wird reguliert, so sinkt auch der Blutdruck.Bei der Ausübung des Herz-Qigong werden alle Glieder und inneren Organe angesprochen. Die Bewegungen sind intensiv, führen aber nicht zur Erschöpfung. Sie sind sanft und langsam, deshalb kann fast jeder das Herz-Qigong ausüben.